Zahlen Sie den richtigen Zinssatz bei Ihrer Bank ?

Quelle: Zinskostenumfrage der Unternehmensberatung Heckner im Auftrag von Prisma und pbs aktuell

 

PBS-Aktuell und PRISMA haben gefragt, welche Zinskonditionen am Kontokorrent-Konto üblich sind. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Das Bild 1 der FMH-Finanzberatung zeigt die Entwicklung des Euribor und der zehnjährigen Bundesanleihe. Der Euribor ist der Satz, zu dem sich Kreditinstitute gegenseitig Geld leihen. Stand Anfang des Jahres 2016 liegt dieser Wert bei etwa 0 %. Logisch wäre es, dass sich zwi-schen dem Jahr 2008 und heute die Zinskosten analog zum Euribor entwickeln, also um etwa 5 % zurückgehen. Die Praxis zeigt aber, dass die Kontokorrentzinsen KK-Zins) sich nicht in dem Maße verändern, wie sich der Euribor verändert. Untersuchungen zeigen, dass im gleichen Zeitraum, Ende 2008 bis heute, der durchschnittliche Zinssatz auf dem Kontokorrentkonto um weniger als 3 % zurückgegangen ist.

Bild 1 Zinsentwicklung seit 2006


Das Bild 2 zeigt einen Vergleich der PBS-Fachgeschäfte mit den Werten für Elektrofachbetriebe. Beides wurde von der Unternehmensberatung Heckner im Herbst 2015 erhoben. Die durchschnittlichen PBS-Fachgeschäfte zahlen 10,04 % Zinsen am Kontokorrent, wohingegen Elektro-Handwerksbetriebe mit weniger als 8 % zur Kasse gebeten werden. PBS-Fachhändler zahlen also für die Inanspruchnahme ihres Kontokorrent-Kontos deutlich mehr.

Bild 2 Vergleiche der Kontokorrent-Zinsen pbs-Fachgeschäfte und Elektrohandwerker im Herbst 2015


Die Schwankungsbreite, der die Kontokorrent-Zinsen unterliegen, ist extrem. Die günstigsten Tarife für PBS-Fachhändler liegen bei 4,5 %, die teuersten bei über 17 %.

Wie erklärt sich diese extreme Schwankungsbreite?

Zunächst liegt es an den Sicherheiten. Wenn Kreditinstitute über Grundschulden verfügen, lassen sich sogar Kontokorrentzinsen erreichen, wie die Vergleichswerte des Elektrohandwerks. Wer eine 5 vor dem Komma seines Kontokorrent-Kto. aufweist, erhält bereits sehr gute Konditionen.

Auch bei dem Vergleich zwischen PBS-Fachgeschäft und Elektrohandwerksbetrieb wird deutlich, dass die Elektrohandwerker deutlich günstigere Zinskonditionen erhalten als PBS-Fachhändler.

Bild 3 Die günstigsten und teuersten Kontokorrent-Zinsen


Auch Darlehenszinsen extrem günstig

Bei Finanzierungen hat sich herausgestellt, dass heutzutage bei guten Sicherheiten Finanzierungen mit einer

1 vor dem Komma durchaus möglich sind. Wer in sein Ladengeschäft investiert, kann aus dem KfW-Förderprogramm Investitionsdarlehen ab 0,99 % nominalem Jahreszins beantragen. Fragen dazu beantwortet die Unternehmensberatung Heckner gerne.

5 % Zins für Darlehen sind zu viel

Wem heute eine Geschäftsfinanzierung für einen Ladenumbau oder ein Kfz für mehr als 5 % an-geboten wird, der muss wissen, dass es sich dabei um eine sehr schlechte Kondition handelt. Im Schnitt, so haben unsere Untersuchungen ergeben, liegen die Investitionsfinanzierungen, denen aus Sicht der Banken angemessene Sicherheiten gegenüber stehen, i.d.R bei etwa 2,5 % Zins.

Was tun, wenn die Zinskosten des eigenen Betriebes weit über den Richtwerten liegen?

Wir meinen, dass bei einem Zinssatz, der über 7 % liegt, bereits die folgenden Anfragen an die Hausbank gestellt werden sollen:

"Bitte erläutern Sie, nach welchen Kriterien Sie meinen Kontokorrent-Zins festlegen."

"Bitte sagen Sie mir, wie Sie meine Bonität / mein Rating und die Bonität des Unternehmens bewerten."

"Bitte zeigen Sie mir die Rating-Einstufung meines Unternehmens."

"Was muss ich tun, um in den Genuss günstiger Zinsen zu kommen?

 

Wer aktuelle betriebliche Zahlen bei der Hausbank abliefert, ggf. eine Planungsrechnung mit ei-nem monatlichen Soll-Ist Vergleich liefert, wird beim Rating eindeutig besser abschneiden als ein Unternehmen, das mit den Zahlen hinterm Berg hält und lediglich auf Anforderung der Hausbank den letzten Jahresabschluss ohne Kommentar abgibt.

Fazit: Wenn Sie über dem Durchschnitt Ihrer Kollegen Zinsen zahlen ( > 10% für das Kontokorrent), wird es Zeit für ein Gespräch mit Ihrer Bank.